Klare Gebirgsquellen
Die Sage vom "Meeräugl"
In der Nähe der ersten Hütte auf der Hofalm, im Quellgebiet der "warmen Mandling", findet sich ein rundes Erdloch, das etwa zwei Klafter im Durchmesser hat und mit eisig kaltem Wasser gefüllt ist. Aus diesem Loch fließt ein Bach gar silberhell und rein. Der Sage nach soll dieses Erdloch unergründlich sein und mit dem Meer in Verbindung stehen, so dass dieses Wässerlein auch genannt wird.
Mehrere beherzte Burschen wollten einst seine Tiefe ergründen. Sie nahmen eine große Weberspule voll Spagat und banden an das eine Ende einen schweren Stein, den sie dann in das "Meeräugl" warfen. Die Spule entleerte sich allmählich, von der Tiefe herauf aber ertönte plötzlich eine Stimme:
"Willst Du mi dagründ'n", (ergründen) so will i Di schlünd'n". (verschlucken) Die Burschen hatten dies kaum vernommen, als sie auch schon erschreckt die Spule fallen ließen und so rasch als möglich das Weite suchten. Seitdem hat es niemand mehr gewagt, das "Meeräugl", das auch mit dem hinteren Gosausee in Verbindung stehen soll, zu ergründen.

Der Jungbrunnen an der Bischofsmütze
Nahe der Bischofsmütze entspringt der "Kampenbrunn" oder "Kramplbrunn".
Seine Quelle ist eiskalt, meist hat sie nicht mehr als 1 bis 2 Grad. Im Volk erzählt man sich, dass der, der aus dieser Quelle trinkt oder sich darin wäscht, um mindestens zehn Jahre jünger wird. | |  |
In der Nähe des "Kampenbrunn" sind auch in einem Felsen zwei Klüfte sichtbar. Aus der einen bläst ständig kalte Luft, aus der anderen warme, ähnlich wie bei den sogenannten "Wetterlöchern" am Radstädter Tauern. Dort gilt dies als ein Wetterzeichen.
Bei der Bischofsmütze spricht man aber von zwei Geistern, welche diese seltsame Naturerscheinung bewirken.
|